Archive for » 2001 «

Okt
25

Beste Schauspielerin am Filmfestival Solothurn 2001 / Schweizerischer Filmpreis

[photoshow:thumbs=filmpreis_2001]

(von links nach rechts) Sabine Timoteo, Best Actress, Marcel Zwingli and Sabine Gisiger, Best Documentary, Bruno Ganz, Best Actor, Anna Luif, Best Short Film, Denis Rabaglia, Best Feature Film

Aug
16

Unter einer scheinbar zeitgenössischen Internatsgeschichte rumort hier eine romantische Schauergeschichte, die den Geist der zugrundeliegenden Novelle von Henry James atmet. Ein Reigen der Gefühle wird inszeniert, der amourösen Irrungen und Verwirrungen, durchsetzt mit übersinnlichen Erscheinungen, mit Todesahnungen.

Im Mittelpunkt der Ich-Erzähler Gregor, den Matthias Schweighöfer als verliebten Jüngling im romantischen Überschwang spielt. Seine Liebe zur rätselhaften Billie (Sabine Timoteo) und seine Freundschaft zu Arthur (Florian Stetter) finden keine Erfüllung: Billie und Arthur haben das Zweite Gesicht, können Tote sehen, sind selbst dem Tod geweiht. Nur Pia, Arthurs Freundin und die Vierte im Bunde der Freunde (Jessica Schwarz), verkörpert eine Robustheit, eine Normalität, die den anderen abgeht. Der Reigen der Freunde schliesst sich erst am schicksalhaften Schluss, weil Billie und Arthur sich vorher nie begegnen, trotz Gregors eifriger Bemühungen, sie einmal zusammenzubringen.

Das Übersinnliche artikuliert sich weniger als Thema, als Plot, sondern als Atmosphärisches. Der Film löst alle festen Konturen auf, schafft düstere, fragile, verschattete Stimmungen, die für wenig lichte Momente sorgen. Die digitale Kamera von Hanno Lentz ist immer nah an den Schauspielern, die auch deshalb so präsent sind, weil ihr Spiel den technischen Apparat zu ignorieren scheint. Sie entwickeln eine Intensität, die sich offensichtlich dem Konzept Dominik Grafs verdankt, ihre so ganz und gar dem Zeitgeist der forcierten Coolness zuwiderlaufenden Rollen mit unbedingtem Ernst zu spielen.

Die Jury hat vor allem die Konsequenz beeindruckt, mit der ein etablierter und renommierter Regisseur wie Dominik Graf dem Fernsehen als erzählerischem Medium wieder einmal neue Wege zu erschliessen versucht. Anerkennung verdient auch die ARD dafür, einen Film wie “Die Freunde der Freunde” zur prime-time um 20.15 Uhr ausgestrahlt zu haben.

Jul
18

In den Tag hinein

Eine Liebeserklärung an das Leben

Der Film zeichnet das genaue Porträt einer jungen Frau, die “in den tag hinein” lebt, weil sie noch gar nicht weiß, wie das geht: Leben, lieben, arbeiten.

Lynn ist 22 und lebt noch bei ihrem Bruder, seiner Frau und deren Kindern. Sie genießt die Annehmlichkeiten des Familienlebens, ohne selbst Verpflichtungen einzugehen. Sie reagiert spontan und wartet darauf, was der Tag so bringt.
Dabei ist sie nicht untätig, denn sie muss sich mit mehreren Jobs finanziell über Wasser halten.

Tagsüber arbeitet Lynn in einer Kantine, während sie nachts als Tänzerin in einer Diskothek ihre explosive Energie rauslassen kann. Ohne feste Ziele im Leben agiert Lynn dennoch selbstbewusst und ist zugleich sehr verletzlich. Das passt nicht so recht zusammen mit der Lebenseinstellung ihres Freundes David. Der professionelle Schwimmer trainiert hart für die Weltmeisterschaft und kann Lynn nur noch treffen, wenn es sein anstrengender Übungsplan zulässt.

3bb2026b2f62c.jpgLynns Leben ändert sich, als sie den japanischen Studenten Koji trifft. Er hat einen ähnlichen Freiheitssinn und lebt wie Lynn aus dem Bauch heraus. Obwohl er kaum Deutsch spricht, verstehen sich die beiden ohne viele Worte. Sie verbringen immer mehr Zeit miteinander. Doch Lynn will die Beziehung zu David nicht aufgeben.

Auszeichnungen – eine Auswahl:

  • International Filmfestival Rotterdam 2001: Nachwuchspreis VPRO Tiger Award an Maria Speth
  • 23. Festival International de Films de Femmes, Créteil: Großer Preis der Jury an Maria Speth
  • Fernsehfilm-Festival Baden-Baden 2001: “MFG-Star”, Nachwuchspreis der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

3bb202534fccc1.jpg mmf9f948888e5b8313.jpeg

Mai
30

grau05.jpgDer 17-jährige Wilhelm führt ein lethargisches Leben. Seit seine Schwester Bea das Elternhaus verlassen hat, lebt er zurückgezogen in seiner eigenen Welt, grau04.jpgmisstrauisch beäugt von seinem Vater, verhätschelt von seiner Mutter. Als Bea eines Tages zu Besuch erscheint, glaubt Wilhelm, dass es wieder so sein wird wie früher.